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Liebe Leserin, lieber Leser, chers amis, drodzy Przyjaciele,

SAVE THE DATE: 01.-03.11.2019 - Das 11. Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte steht in diesem Jahr unter dem Motto: Renaissancen - Altes neu erfinden?

Renaissance heißt nicht nur Wiedergeburt, sondern auch (Um)bruch, Neugestaltung und Rückbesinnung. Und in der Geschichte gab es sie immer wieder. Kann nicht auch die Gegenwart davon profitieren? Im 21. Jahrhundert ist der Mensch ständigen politischen, gesellschaftlichen und technischen Veränderungen ausgesetzt. Er agiert zudem global. Informationszugang überall und  dennoch fühlen sich viele kulturell, wirtschaftlich, aber vor allem politisch verunsichert, abgehängt, unverstanden. Wird es vielleicht Zeit für eine weitere Renaissance?
22 Veranstaltungen, die den vielfältigen Formen von Renaissancen nachgehen, erwarten die Besucher am ersten Novemberwochenende.

Renaissance in Form der Rückbesinnung auf die Geschichte zeigt sich heute unter anderem in der Filmproduktion, denn historische Stoffe sind beliebter denn je. Was ist der Grund für diese Begeisterung? Ist es die Faszination über das geschichtliche Ereignis? Ist es die Form der Darstellung, die teilweise mit Verklärung und Romantisierung einhergeht? Diesen und weiteren Fragen geht das Panel Geschichte macht Quote: Warum das Publikum historische (Film-)Stoffe so liebt nach, eine Carte Blanche unseres Medienpartners G/Geschichte Magazin.

An dieser Stelle möchte ich auch die herzliche Einladung an das Rendez-vous Publikum aussprechen, der Faszination Film und Geschichte beim moving history - Festival des historischen Films in Potsdam Ende September auf den Grund zu gehen!

Herzlich
Ihre 
Franka Günther

PS: Schauen Sie auf unsere Webseite! Viele Programmpunkte sind bereits online, weitere folgen. 

carte blanche G/GESCHICHTE Magazin
Geschichte macht Quote: Warum das Publikum historische (Film-)Stoffe so liebt

Zahlreiche Filme, Serien und Bücher, die in der Vergangenheit spielen, erfreuen sich großer Beliebtheit beim Publikum und bei den Kritikern. Die Spanne reicht von zeithistorischen Stoffen wie dem Ende der DDR in „Good Bye, Lenin!“ bis zu fiktiven mittelalterlichen Welten in „Game of Thrones“. Warum werfen wir so gerne einen Blick zurück? Ist das Weltflucht? Spiegeln wir uns in der Vergangenheit? Kann man diese überhaupt korrekt darstellen? Darüber diskutiert das Panel nicht nur, sondern zeigt auch den diesjährigen Siegerfilm des Festivals des historischen Films Potsdam „moving history“.

Prof. Dr. Chris Wahl (Potsdam), Dr. Ilka Brombach (Potsdam)
Moderation: Dr. Christian Pantle (Augsburg)


Im Gespräch mit Dr. Ilka Brombach, Filmhistorikerin, Festivalleiterin, Geschäftsführerin und Gründungsmitglied des Vereins moving history – Festival des historischen Films Potsdam e.V. 

Geschichte macht Quote. Historische Stoffe, die auf die Leinwand gebracht werden, faszinieren die Menschen und dies schon seit den Anfangsjahren der Filmproduktion. Sie werden dieses Thema beim Rendez-vous aufgreifen. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

IB: Etwa seit dem Beginn der 2000er Jahre haben Geschichtsfilme regelrecht Konjunktur: Serien, insbesondere zur deutschen Geschichte - zu Krieg, Nachkrieg, Teilung - füllen unsere Fernsehprogramme; Kinoproduktionen werden mit Filmpreisen ausgezeichnet, hinzu kommen Produktionen im Bereich der neuen Medien. Der Grund für die anhaltende Popularität der Filme wird häufig darin gesehen, dass sie historische Ereignisse fiktionalisieren und damit unterhaltsam machen.  Die Komplexität von Geschichte – und das ist einer der häufigsten Kritikpunkte – wird auf einzelne Personen und dramatische Konflikte heruntergebrochen. Genau darin liegt aber auch die Qualität filmischer Geschichtsrepräsentation, finde ich: Geschichtsfilme setzen kein historisches Fachwissen, keine exklusive Bildung voraus, sondern erzählen in allgemein verständlicher Form.

Seit wann existiert das moving history – Festival des historischen Films und wie kam es zu dessen Gründung?  

IB: Wir haben 2017 mit der ersten Festivalausgabe begonnen. Dieses Jahr ist es die zweite Ausgabe; danach findet das Festival jährlich statt. Die Idee haben zuerst Claudia Lenssen und Felix Moeller nach Potsdam gebracht, die beide zu den Gründungsmitgliedern unseres Festivals gehören. Sie kannten das „Festival International du Film d' Histoire“ in Pessac (Frankreich), das dort seit zwanzig Jahren sehr erfolgreich läuft.

Was ist das Ziel und das Anliegen des Festivals?

IB: Filmische Auseinandersetzungen mit Geschichte sind längst zu einem zentralen Medium gesellschaftlicher Selbstverständigung geworden. Ein Festival, so unsere Idee, kann diesem Umstand Rechnung tragen, es kann ein öffentliches Forum für die Begegnung von Publikum, Filmemachern und Historikern sowie Filmhistorikern schaffen.

In diesem Jahr findet das Festival vom 25.-29. September 2019 in Potsdam statt.
Auf was darf das Publikum gespannt sein?  

IB: Das Festival widmet sich dieses Jahr der Wendezeit 1989/1990 und den Jahren bis 1995, der s.g. Transformation. Spannend war für Chris Wahl und mich beim Kuratieren, wie viele Filme über diese Zeit tatsächlich entstanden sind. Allein 200 haben wir im Vorfeld gesichtet und damit längst nicht alle gesehen. Eine Auswahl von etwa 40 Filmen werden wir nun zeigen. Zu jedem Film wird es ein Publikumsgespräch mit Regisseur*in, Autor*in oder Schauspieler*in geben. Diskussionspanels kommen hinzu.

Ihr Festival verleiht einen Preis, die Clio. Was bedeutet Clio? Welche Kriterien muss der Film erfüllen und wer trifft letzten Endes die Entscheidung?  

IB: CLIO ist in der griechischen Mythologie die Muse der Geschichtsschreibung. Wir verleihen die Clio für den besten Film zu einem historischen Thema. Wir berücksichtigen Spiel- und Dokumentarfilme aus den letzten zwölf Monaten. Die Entscheidung über die nominierten Filme und den Gewinner fällt eine Jury, die aus den Vorstandsmitgliedern des Festivalvereins besteht.

Darf sich das Publikum des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte darauf freuen, den preisgekrönten Film zu sehen? 

IB: Ja, wir werden ihn am 2. November mitbringen. Ich bin gespannt, welcher der sechs wunderbaren nominierten Filme es sein wird! 

Vielen Dank für den Einblick!

Das komplette Interview finden Sie hier!



WEITERE HIGHLIGHTS

FERNES MITTELALTER ODER EIN EIN SPIEGEL DER GEGENWART
02.11. | 11 Uhr | Eckermann-Buchhandlung
Dr. Simona Slanicka (Universität Bern), Dr. Nina Gallion (Kiel), Dr. Julia Seeberger (Erfurt)
Moderation: Prof. Dr. Sabine Schmolinsky (Erfurt)

GEWALT IN DER GESCHICHTE DER MENSCHHEIT
02.11. | 17 Uhr | Eckermann-Buchhandlung
Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma (Hamburg) im Gespräch mit Fritz von Klinggräff (Genf)

SCHÄTZE, DIE ZU HEBEN SIND - KIRCHE IN DER DDR
03.11. | 18 Uhr | Eckermann-Buchhandlung
Ilse Junkermann (Leipzig) im Gespräch mit Gerlinde Sommer (Weimar)



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